ALBA Berlin hat den größten Triumph der Vereinsgeschichte geschrieben. In einem der verrücktesten Finals der BBL-Geschichte drehten die Berliner einen 20-Punkte-Rückstand und besiegten den FC Bayern mit 84:81 im fünften Spiel der Finalserie. Damit krönten sie sich zum ersten Mal seit 1997 zum Deutschen Meister – und das im SAP Garden vor den enttäuschten Fans der Münchner.

Was passierte im SAP Garden?

Beide Teams starteten mit Feuer in die Partie. Jonas Mattisseck (ALBA) dominierte die ersten Minuten, doch die Offensive der Berliner ließ schnell nach. Der FC Bayern nutzte die Lücken und ging nach dem ersten Viertel mit 25:20 in Führung. Die Münchner bauten den Vorsprung in der zweiten Halbzeit weiter aus – bis zur Pause lag der Rückstand bei 20 Punkten (47:27). Doch dann kam der Einbruch. Im dritten Viertel lief ALBA die Offensive wie am Fließband. Mattisseck traf weiter, die Berliner Defense presste perfekt, und plötzlich war der Vorsprung nur noch neun Punkte. Die Münchner wirkten plötzlich müde, ihre Würfe verrissen, und die Ideen blieben aus. 24 Punkte verloren die Bayern in den letzten beiden Vierteln – ein Albtraum für Trainer Svetislav Pešić.

Wie ALBA Berlin das Comeback schaffte

Die Berliner zeigten Nerven wie Drahtseile. In den letzten fünf Minuten lag der FC Bayern plötzlich vier Punkte zurück. Andreas Obst traf zwar noch einen Dreier, doch 30 Sekunden vor Schluss der entscheidende Fehler: Ein Foul gegen einen ALBA-Spieler gab den Berlinern die Chance. Sie nutzten die Freiwürfe und sicherten den Sieg bis zum Schlusspfiff. Jonas Mattisseck beendete das Spiel mit 22 Punkten – sein bester Wert in der Finalserie. Für den FC Bayern war es ein Schockmoment. Pešić, der sich mit einer Meisterfeier verabschieden wollte, musste stattdessen eine enttäuschte Mannschaft in die Kabine schicken.

Warum dieser Sieg für ALBA Berlin alles verändert

Es ist der erste Meistertitel seit 27 Jahren für ALBA Berlin. Ein Sieg, der die junge Mannschaft in die Geschichte des deutschen Basketballs schreibt. Die Berliner Defense, angeführt von Mattisseck und den Innenraumspielern, zeigte gegen die Bayern ihre ganze Klasse. Für den FC Bayern ist es eine bittere Niederlage. Nach einem dominanten Start in die Finalserie verpassten sie den Titel im eigenen Haus. Die Münchner müssen nun die Frage beantworten: Wie konnte ein 20-Punkte-Vorsprung in einer so kurzen Zeit verloren gehen?

Was kommt als Nächstes?

ALBA Berlin feiert den Titel – doch die Saison ist noch nicht vorbei. Die Berliner haben sich für die Basketball Champions League qualifiziert und werden dort in der kommenden Saison antreten. Für den FC Bayern bleibt die Hoffnung auf eine Revanche in der nächsten Spielzeit. Das gesamte Spiel gibt es in der ARD Mediathek als Re-Live zu sehen. Ein Spiel, das noch lange in Erinnerung bleiben wird – als eines der dramatischsten Finals der BBL-Geschichte.